Ein Ritter. Er kämpft mit sich selbst. Heimlich dichtet er und pinnt im Morgengrauen Gedichte an die Bäume: „An Leonore!“. Wenn er sich alleine glaubt, singt er die Arie des Orfeo. Wenn er überrascht wird, flucht er wild um sich in einer Sprache, die kein Mensch versteht. Dann weint er.


Was hat er bloß? Die Leonoren sind ratlos und drücken ihm unbeschriebenes Papier in die Hand, damit er ihnen mehr von den schönen Gedichten dichtet. Wenn man bloß wüsste, welche von den dreien er eigentlich meint?!


So könnte es am Arkadischen Hof der Leonoren im Thüringen des 17. Jahrhunderts ewig weitergehen! Und das obwohl der 30jährige Krieg herrscht, keine Männer da sind und Eleonore nicht nach Italien zu den neusten Premieren von Claudio Monteverdi reisen kann. Oper ist das einzige, was wirklich fehlt!


Was die Leonoren nicht wissen:

Die Zeit steht still!


Und der Ritter ist kein richtiger Mensch, sondern eine Romanfigur, die Tancredi heißt und von seinem Epos abgespalten ist, weil sich gleich zwei Künstler intensiv mit ihm auseinandergesetzt haben, und deswegen sind die Eleonoren auch keine richtigen Menschen und in Wirklichkeit schon 90 und Monteverdi ist letztes Jahr gestorben!


Das und vieles mehr erzählt ihnen die Dea ex machina – Erminia – ehemals ebenfalls Eposfigur und nun eine post-moderne dramatische Funktion, die gekommen ist, um ihnen das Innere der Rüstung des Ritters zu enthüllen! Da es dabei um tiefe, tragische Gefühle geht – um unerfüllte Liebe und um Tod – muss das ganze natürlich gesungen werden. Oper! Die Eleonoren sind begeistert. Sogar die kleine, obwohl sie nie wieder singen wollte und doch die erste richtige Opernsängerin ist. Die Rüstung von Clorinda passt wie angegossen ... .


Combattimento di Tancredi e Clorinda

- eine Ritteroper mit Geschichte von Claudio Monteverdi und Tillma Meyer



Musikalische Leitung:  Premiel Petrovic

Ausstattung:                 Elisabeth Stolze-Bley, Frank Olle

Mit:                                 Anja-Daniela Wagner, Sandra Schütt, Alec Otto,

                                           Siegrid Herford, Uta Haase und Premiel Petrovic