zum Stück:


Bernsteins erste Oper mit ihrer psychoanalytisch geprägte Dramaturgie wird aus dem Blickwinkel der inneren Handlung heraus in einem Bühnenraum ohne Wände erzählt. Raum und Zeit verschwimmen genauso wie die Grenzen zwischen Traum, bewusster Gedankenwelt und Realität.


Das Backgroundtrio wird personifiziert. Bereits zum Produkt seiner Ware geworden agiert es als Sprachrohr eines Ideals, dem das Paar Dinah und Sam gerecht zu werden versucht, es greift korrigierend und manipulierend in die Handlung und damit in das persönliche Leben ein. Der „Way of life“ scheitert zum Schluss im Angesicht des Ehedesasters von Dinah und Sam.  


Die stilistisch vielgestaltigen Szenen schildern Einsamkeit in Variationen, es gibt die Einsamkeit zu Zweit, die im Büro, die mit den Angestellten, die unter Menschen. Das emotionale Leitmotiv der inneren „Leere“, liegt Szene für Szene auf dem psychoanalytischen OP – Tisch, ohne jemals zufrieden stellend ergründet zu werden.


Das Paar hat eine Vorgeschichte, es ist wie die Eltern Bernsteins ein Emigrantenpaar, das in der neuen Welt ein Leben nach fremden Maßstäben leben will und dessen Lebensglück an dem künstlichen System aus überwiegend konsumorientierter Wertvorstellungen zerbricht.


Trouble in Tahiti

Leonard Bernstein


ML: Christof Hilmer

BB + BK: Esther Toronszky

Sam: Ulf Dirk Mädler

Dinah: Evmorphia Metaxaki