Zum Stück:


Vespetta – die kleine Wespe – ist eine Professionelle. Ganovin, die aus einem 60er Jahre Streifen entsprungen sein könnte, und potentielle Mörderin. Die Inszenierung nimmt sie beim Wort. (Ich tue alles und füge mich in das Gute und in das Böse!  Dann schlag ich dir den Kopf entzwei.)


Vespettas Vergangenheit möchte man nicht kennen. Ihr Job ist es, für ihre Bande Häuser reicher Leute auszukundschaften. Als Dienstmädchen, mit einem breiten Spektrum an Fähigkeiten.

Vespettas Plan ist es, Pimpinone um den Finger zu wickeln und auszurauben.

 

Pimpinone steht auf Frauen, die reich, schön und schick sind, aber leidet unter seiner proletarischen Herkunft. Er ist extrem schüchtern, aber hat ein Bindungsproblem. Als er Vespetta beim Diebstahl überrascht, verzichtet er auf eine Anzeige und schenkt ihr sein ganzes Geld.

Dieses Verhalten erstaunt Vespetta sehr und weil sie beim Plündern einen Ring gefunden hat, ändert sie nun alle ihre Pläne und setzt ihren Ehrgeiz daran, Pimpinone einen Heiratsantrag zu entlocken.

Das schafft sie auch und es sprechen einige Indizien dafür, dass sie es nicht nur aus Geldgier tut.


Die Vorstellung einer Eheschließung war für Pimpinone weitaus absurder als für Vespetta. Dank des Durchsetzungsvermögens von Vespetta gewöhnt er sich an die Präsenz des Weiblichen, die Gewohnheit wird zur Abhängigkeit. Der Stachel des gebrochenen Vertrauens und vor allem der Eifersucht arbeitet sich in sein Fleisch. An seinem Misstrauen droht die Beziehung schließlich zu scheitern und es kommt zu einem Duell zwischen Heckenschere und Erpressungsfoto einerseits und der pumpgun andererseits. Die letzte überlebende gemeinsam gezogene Geranie der Liebe rettet diese ungleiche Ehe.

Pimpinone oder die ungleiche Heirat

von Georg Philipp Telemann


ML: Tamas Molnar

BB: Christian Baumgärtel

BK: Bärbel Witteborn

Vespetta: Lilia Milek

Pimpinone: Tobias Müller-Kopp